Krallennagel

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Krallennagel – erkennen, behandeln und vorbeugen

Der Krallennagel ist eine Deformation der Nägel, die in der Fachsprache auch Onychogryphose genannt wird. In vielen Fällen tritt ein Krallennagel am großen Zeh auf, doch auch alle anderen Fußnägel können betroffen sein. Besonders häufig tritt eine Onychogryphose  bei älteren Personen auf und Frauen erkranken häufiger als Männer. Durch die Form und durch eine eventuell fehlende Verbindung des Nagels zur Nagelpfalz, besteht die Gefahr mit den deformierten Nägeln hängen zu bleiben.
Symptome eines Krallennagels
Die Symptome eines Krallennagels beginnen mit einer Verfärbung der Nagelspitze ins Gelbe. Der Nagel kann spröde werden und sich von seinem Nagelbett abheben. Spätere Stadien der Erkrankung zeigen sich durch eine verdickte Nagelplatte, die sich auch krümmen und rollen kann. Manchmal wächst der Nagel in eine falsche Richtung, beispielweise zur Seite. Zudem können Verfärbungen bis hin zum Schwärzlichen auftreten. Durch die Deformation des Nagels kann es zu großen Druckschmerzen kommen. Für Laien kann es schwierig sein, einen Krallennagel von einer Infektion durch einen Nagelpilz zu unterscheiden. Der Krallennagel ist jedoch nicht ansteckend. Aufgrund ihrer eigentümlichen Form tragen die erkrankten Nägel auch die Bezeichnung Greifer-Form. Zudem gibt es verschiedene Ausformungen der Erkrankung, die Holznagel, Klumpen-, Schnecken- und Widderform genannt werden.


Verfärbte Nägel mit Wuchs zu den Seiten  können Anzeichen für einen Krallennagel sein. Auch das Einrollen der Nagelplatte von den Seiten her ist ein typisches Merkmal der Erkrankung.

Ursachen einer Onychogryphose

Die Ursache für eine Onychogryphose ist eine erhöhte Hornhautproduktion. Für diesen Vorgang gibt es verschiedene Auslöser innerhalb des Körpers oder Einwirkungen von Außen.

  1. Verletzungen
    Blutergüsse unter den Nägeln auf dem Nagelbett oder Verletzungen der Nagelplatte und der Nagelwurzel können die Ursache für einen Krallennagel sein. Auch Erfrierungen an den Zehen können eine Onychogryphose zur Folge haben.
  2. Mangelhafte Pediküre
    Eine mangelhafte Fußpflege (zum Beispiel, wenn die Nägel nicht regelmäßig gekürzt werden) kann einen Krallennagel zur Folge haben.
  3. Falsche Schuhe
    Das falsche Schuhwerk kann dauerhaft Druck auf den Zehennagel ausüben und so die Entstehung eines Krallennagels begünstigen.
  4. Fußfehlstellungen
    Ist die Fußposition nicht optimal, kann sie zu einer Onychogryphose beitragen.
  5. Grunderkrankungen
    Liegen andere Erkrankungen wie Psoriasis, Verhornungsstörungen der Haut wie Ichthyosis hystrix, sowie Störungen des Nervensystems, Durchblutungsstörungen oder rheumatische Erkrankungen vor, können sie der Auslöser für die Entstehung einer Onychogryphose sein.
  6. Erbliches Risiko
    In einigen Familien treten die Krallennägel gehäuft auf. Zudem kann ein erhöhtes Lebensalter die Entstehung der Erkrankung begünstigen. In einigen Fällen kann eine autosomal-dominanten Onychogrypose bereits von Geburt an vorliegen – diese Form der Erkrankung kann auch die Fingernägel treffen.

Behandlung eines Krallennagels

Die Onychogryphose sollte von einem Arzt begutachtet werden. Bei der Behandlung eines Krallennagels wird dieser meist von oben abgeschliffen und in der Länge kuppenbündig gekürzt. Es kann zudem ein Okklusivpflaster zum Einsatz kommen, das wöchentlich gewechselt wird. Dieses ist meist durchsichtig, wirkt rein physikalisch und enthält keine Wirkstoffe. Die Okklusivpflaster verhindern, dass der Nagel weiter Wasser und Lipide verliert und somit noch spröder wird. Zudem schützen sie den empfindlichen Nagel vor schädlichen äußeren Einflüssen (wie Druck) – so kann sich der Nagel wieder regenerieren. Eine konsequente Fußpflege kann dann das Nachwachsen des Krallennagels verhindern. Die Selbstbehandlung birgt einige Risiken, da mitunter sehr kräftige Zangen für das Abknipsen der Nägel zum Einsatz kommen. Sie können weiches Gewebe verletzen, da dieses durch die Form des Nagels oftmals nicht vorher zu erkennen oder im Nagel selbst eingerollt ist. Es kann zu schmerzhaften, blutenden Verletzungen kommen. In einigen Fällen ist die Erkrankung so schwerwiegend, dass der Zehennagel operativ entfernt wird und ein neuer Zehennagel nachwachsen kann. Bis nach dem operativen Eingriff ein neuer Zehennagel entstanden ist, kann es bis zu einem Jahr dauern, denn die Nägel wachsen recht langsam. In den meisten Fällen kommt ein behandelter Krallennagel nicht wieder – vor allem, wenn im Anschluss verschiedene Maßnahmen zur Vorbeugung ergriffen werden.

Die Behandlung eines Krallennagels erfolgt, indem er kuppenbündig abgeschnitten und von oben herunter gefeilt wird. Im Anschluss kann ein Okkulativpflaster zum Einsatz kommen um den Nagel zu schützen. In schweren Fällen kann eine Entfernung des erkrankten Nagels nötig sein.

Einer Onychogryphose vorbeugen

  1. Fußpflege
    Am besten lässt sich einem Krallennagel durch eine gute und regelmäßige Fußpflege vorbeugen. Dabei sollte der gesamte Fuß gepflegt werden. Ein Fußbad in Seifenlauge weicht die Zehennägel sehr gut ein, so lassen sie sich später besser bearbeiten. Das Einreiben mit Melkfett beispielsweise macht die Haut weich und kann gegen Hornhaut helfen.
  2. Grunderkrankung behandeln lassen
    Zunächst einmal gilt es die Grunderkrankungen diagnostizieren zu lassen, wenn dies noch nicht Erfolgt ist. Im Anschluss sollten eventuelle Krankheiten behandelt werden um der Entstehung einer Onychogryphose entgegen zu wirken.
  3. Fußfehlstellungen korrigieren
    Einige Fußfehlstellungen lassen sich durch medizinische Schuheinlagen (verschrieben vom Orthopäden) gut behandeln.
  4. Die richtigen Schuhe
    Um einem Krallennagel vorzubeugen, sollten unbedingt bequeme Schuhe gewählt werden, die die Zehen nicht einengen oder großen Druck ausüben.

Das richtige Schuhwerk und eine medizinische Fußpflege können der Entstehung eines Krallennagels vorbeugen. Zudem sollten weitere gesundheitliche Erkrankungen behandelt werden.

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